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Die Landschaften Ostfrieslands

Auf den, dem Festland vorgelagerten, Ostfriesischen Inseln sind Sanddünenlandschaften anzutreffen. Zusammen mit dem für Dünen typischen Bewuchs leisten diese einen Beitrag zum Küstenschutz, indem sie der Verlagerung oder dem Abbruch von „Inselmasse“ durch die Kraft von Wind und See entgegenwirken.

Das Wattenmeer, ein Lebensraum der ganz eigenen Art, ist zwischen dem Festland und den Inseln selbst zu finden. Dieser Lebensraum ist geprägt durch das ständige Wechselspiel zwischen Ebbe und Flut. Im Watt sind Wasserläufe (sog. Priele) anzutreffen. Durch diese Priele strömt das Wasser, je nach Flut oder Ebbe, zu oder ab.

Einen eigenen Lebensraum, mit speziellen Tier- und besonders Pflanzenvorkommen, bilden die im Wattenmeer anzutreffenden Salzwiesen. Diese werden nur bei höheren Wasserständen und dann oft nur teilweise überflutet. Die sich hier ansiedelnden Pflanzen zeichnen sich durch eine hohe Salztoleranz aus. Als eine wichtige Pionierpflanze, die sich in diesem salzigen Milieu ansiedelt und damit zur Bildung von Salzwiesen beiträgt, sei der Queller genannt.

Etwa ab dem Jahre 1000 n.Chr. versuchten sich die Menschen vor der Gewalt der Nordsee durch Deiche zu schützen. Trotzdem kam es im Verlaufe der Geschichte immer wieder zu verheerenden Sturmfluten mit großen Landabbrüchen und vielen Toten. Die Küstenform war im stetigen Wandel. Doch die Küstenbewohner trotzten dieser Meeresgewalt und versuchten ihrerseits dem Meer mühevoll Land abzuringen.

Auf dem Festland findet man in Küstennahe das sog. Marschland. Dieses Marschland würde sich ohne die künstliche Entwässerung durch den Menschen in relativ kurzer Zeit in eine sumpfige, urwüchsige und nahezu unnutzbare Fläche verwandeln. Weiter landeinwärts geht dieses Marschland über in Niedermoore, Geest und Moore bzw. Hochmoore.

Die Landschaft des Moores ist meist eine feuchte Niederung. Die am häufigsten vorkommende Pflanze in Mooren ist das Torfmoos. Abgestorbenes Torfmoos bildet im Laufe der Zeit Torf, der in Ostfriesland abgebaut und als Bau- oder Brennmaterial verwendet wurde. Solange das Torfmoos genügend Feuchtigkeit erhält kann es über die Niederung hinaus wachsen. Es entsteht so ein Hochmoor. Generell unterscheidet man zwischen Niedermoor, Zwischenmoor und Hochmoor. An den Rändern der Moore ist die Birke anzutreffen. Nach Ende der letzten Eiszeit war etwa ein Drittel der Fläche Norddeutschland von Mooren überdeckt. Da diese Gebiete nur von begrenztem wirtschaftlichen Nutzen für die damaligen Menschen waren, blieben weite Flächen dieser Moore vor Eingriffen und wirtschaftlicher Ausbeutung durch den Menschen nahezu verschont. Da die Moore, mit ihrer einsamen und geheimnisvollen Landschaft, in den Augen der damaligen Menschen etwas unheimliches ja bedrohendes hatten, wurden die Moore oftmals als Sitz von Göttern und Geistern angesehen. Opfergaben, teilweise auch konservierte Moorleichen, zeugen von dieser Verbindung zwischen Moor und Glaube der Menschen. Auch heute noch sind Moore in der Literatur oder in Filmen Schauplätze unheimlicher Geschehnisse und regen die Phantasie der Menschen an. Erst im Zuge eines weiteren Anstieges der Bevölkerungsdichte gegen Ende des 17. Jahrhundert und der landwirtschaftlichen Revolution im 20. Jahrhundert kam es zu einer verstärkten Nutzung der Moorflächen. Viele Moore wurden trockengelegt, um so die gewonnene Fläche landwirtschaftlich oder zum Torfabbau zu nutzen. Aufgrund eines verstärkten ökologischen Bewußtseins in unserer modernen Gesellschaft werden heute kaum noch Moore trockengelegt. Man hat den besonderen Wert der Moore zur Wasserregulation und als Rückzugsgebiet für bedrohte Tier- und Pflanzenarten erkannt. Heutzutage gibt es noch eine Vielzahl von Moorflächen in Ostfriesland. Teilweise wurden diese wieder künstlich vernässt, da sie durch die landwirtschaftliche Nutzung der umliegenden Flächen trockenzufallen drohten. Auf diese Weise konnte diesen wertvollen Flächen der ursprüngliche Charakter wiedergegeben werden.

Ein weiterer Landschaftstypus den man in Ostfriesland vorfindet ist die Geest. Hierbei handelt es sich um ein von Menschen geschaffenes Kulturland auf sandigem Grund.

Die verstärkt im Ostfriesischen Binnenland anzutreffende Wallheckenlandschaft ist das Ergebnis einer alten Auflage der Bauern ihre Landflächen abzugrenzen und den Ausbruch von Weidevieh zu verhindern. Bei den Wallhecken handelt es sich um Erdwälle, die mit Büschen und Bäumen bewachsen sind und so zu dem ganz speziellen Charakter der Ostfriesischen Landschaft beitragen.

Eigentlich ist Ostfriesland von alters her kein ausgeprägtes Waldgebiet und so waren ausgedehnte Wälder hier unbekannt. Heute gibt es aber durchaus ansehnliche Forstbestände.

Wasser ist mit Ostfriesland und den Ostfriesen untrennbar verbunden. Es prägte die Landschaft aber auch die Menschen die hier leben und lebten. Hierbei kann man sich jedoch nicht nur auf die Nordsee beschränken. Vielmehr ist Ostfriesland durchzogen von einer großen Anzahl von Wasserläufen zur Entwässerung der Landfläche und einer Vielzahl von Seen u.a. dem „Großen Meer“ in der Gemeinde Südbrookmerland. Dieser See verfügt über eine Wasserfläche von ca. 289 Hektar. Rechnet man die Röhrrichtverlandungszone mit, so hat der See eine Größe von ca. 400 Hektar. Das „Große Meer“ ist der viertgrößte See Niedersachsens. Doch trotz seiner Größe gibt es eine Besonderheit: Man kann an jeder Stelle des Sees stehen, da seine Tiefe nur zwischen 0,5 m und 1 m schwankt. Sein mittlerer Wasserstand liegt 1,4 m unter dem Meeresspiegel (NN).

Festzuhalten sei an dieser Stelle, das Ostfriesland über eine ganz spezielle und faszinierende Schönheit verfügt. Der rauhe aber liebevolle Charme dieser, von Wasser und Wind geformten Landschaft, hat schon viele Besucher in ihren Bann gezogen.


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