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Das Wattenmeer und das Watt

Nach Ende der letzten Eiszeit stieg der Meeresspiegel an. Das Meer konnte, besonders bei Sturmfluten in das Land eindringen und bildete so Flachwasserzonen, die im Verlauf der Flut immer wieder überflutet werden und bei Ebbe trockenfallen. Das bei Ebbe trockenfallende Land nennt man Watt. Die Bildung des Watts an der deutschen Küste konnte nur erfolgen durch die immer währende Überflutung im Wechselspiel zwischen Ebbe und Flut, der wellenbrechenden Wirkung der dem Festland vorgelagerten Inseln und der flachansteigenden Küstenlinie.

Das Wattenmeer der Nordseeküste bildet die größte zusammenhängende Wattenlandschaft dieser Erde und die letzte in überwiegenden Teilen naturbelassene Großlandschaft Mitteleuropas. Dieser Umstand, verbunden mit der einzigartigen Tier- und Pflanzenwelt dieses Lebensraumes führte dazu, dass das Wattenmeer zum Nationalpark erklärt wurde. Das Wattenmeer ist in drei schützenswerte Zonen aufgeteilt, deren Abstufung sich aus dem entsprechenden Schutzbedarf ableitet.

Nach dem Trockenfallen sieht die Wattfläche recht unwirtlich und geradezu “tot” aus. Doch dieser “tote” Eindruck täuscht gewaltig! Das Watt weist einen unglaublichen Reichtum an Lebewesen auf. Hier findet man eine sehr hohe Dichte von Lebewesen. Die Bedeutung dieses Lebensraumes wird bezüglich des Reichtums an Lebewesen oft mit den Regenwäldern dieser Erde verglichen – zu Recht.

Doch warum sieht man diese Lebewesen nicht?

Nun, das Watt ist in der Tat unwirtlich, so dass die größte Anzahl der Lebenswesen im Watt im Boden verborgen bleiben. Starke Temperatur- und Salzschwankungen der Wattoberfläche, sowie die ständigen Überflutungen, führen dazu, dass die meisten Lebewesen im Wattboden verborgen leben. Hier sind die Lebensbedingungen stabiler und konstanter, als an der Oberfläche. Doch auch der Wattboden ist noch ein Lebensraum der Extreme. Die dortigen Lebewesen müssen einen hohen Spezialisierungsgrad an diese Bedingungen an den Tag legen. Zu nennen sind hier verschiedene Muschelarten, Wattwürmer, Krebse und Strandkrabben, um nur einige zu nennen, denn die Liste ließe sich um unzählige Tiere verlängern. Wenn während der Ebbe das Watt trockenfällt bilden diese Lebewesen die Nahrungsgrundlage für eine Vielzahl von Vögeln und bei Ebbe für eine Vielzahl von Fischen, die das Watt als Kinderstube nutzen. Doch das trockenfallende Watt ist nur ein Teil des großen Lebensraumes Wattenmeer. Hierzu muß man auch die Salzwiesen, Sandbänke, Sandstrände und die Dünen der Inseln und der Küste zählen. Alle diese Teilsysteme tragen zu einem komplexen Wirkungsverbund des Ökosystems Wattenmeer bei. Das Wattenmeer ist ein Biotop mit einer der höchsten Produktionsraten von Lebewesen weltweit.

Wer schon einmal durch das Watt gewandert ist, hat gemerkt das es Bereiche unterschiedlicher Tragfähigkeit gibt. An der einen Stelle sinkt man ein bis zu den Knien an anderer Stelle kann man ganz bequem laufen. Dies liegt an den unterschiedlichen Sedimentablagerungen. Man unterscheidet verschiedene Arten von Wattboden. Diese sind Sandwatt, Mischwatt und Schlickwatt.

Sandwatt

Ein Großteil der Wattfläche besteht aus Sandwatt. Dieser Wattboden ist besonders gut begehbar. Dies liegt an dem sandigen und grobkörnigen Sediment, welches sich an diesen Stellen abgelagert hat. Der Anteil an Wasser und organischem Material ist in diesem Boden allerdings sehr gering. Doch auch in diesem Boden lebt eine Vielzahl von Tieren, und diese bewegen großes (im wahrsten Sinne des Wortes). Auf ihr Konto gehen große Umlagerungen des Sediments.

Mischwatt

In Küstennähe oder in den geschützen Bereichen des Brandungsschutzes der Inseln findet man das Mischwatt. Da im Mischwatt, im Vergleich zu anderen großflächigen Lebensräumen, besonders viel Biomasse produziert wird, ist diese Wattart von besonders großer ökologischer Wichtigkeit.

Schlickwatt

Das Schlickwatt ist durch Landgewinnungsmaßnahmen selten geworden. Es weist einen Wassergehalt von 50 % - 70 % auf. Ein Wattwanderer wird aus diesem Grund im Schlickwatt besonders tief einsinken. Es ist reich an organischen Substanzen und somit biologisch sehr wertvoll.

Auf den etwas erhöhten Flächen, die nicht mehr ständig überflutet werden finden Salzwiesenpflanzen und der Queller einen geeigneten Lebensraum. 250 Pflanzenarten leben nur im Lebensraum Wattenmeer und nirgendwoanders. Solche Salzwiesen sind in den Uferbereichen zu finden. Diese Flächen sind soweit aufgeschlickt, dass sie nur noch bei höheren Wasserständen überflutet werden. Die Vegetation auf diesen Salzwiesen ist an die besonderen Bedingungen dieses Lebensraumes angepasst. Hier findet man Pflanzen wie Strandflieder, Strandwermut oder die Strandaster. Diese Pflanzen kommen mit der starken Versalzung des Untergrundes zu recht. Salzwiesen bilden ein wichtiges Rückzugs- und Brutgebiet für viele Seevögel. Aufgrund ihrer besonderen ökologischen Wichtigkeit dürfen Salzwiesen nicht betreten werden.

Dem Urlauber bietet die weite Landschaft des Wattenmeeres, seine Ruhe und die sehr saubere, pollenarme und jodhaltige Seeluft einen hohen Erholungswert. Schalten Sie ab und gönnen Sie sich mal bei Ebbe eine Wanderung im Watt! Lassen Sie sich Ihre Füße vom Schlick massieren und spüren Sie wie sich Ihr Stress abbaut. Geprüfte Wattführer können Ihnen auch besonders interessante Informationen zu diesem einzigartigen und geschützten Naturraum geben.


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